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Chianti Riserva 2011 Duca di Saragnano
Chianti Riserva Duca di Saragnano 2011

Herkunft / Traube: 

Toskana / "Cuvée" (s.u.)

Land:

Italien

Jahrgang:

2011

Alkoholgehalt:

13%

Geschmacksrichtung:

Trocken

Verschluss:

Sehr guter Kork

Preis:

4,49

Bewertung: 4 von 5

 
 
 

Geruch/Blume
Anstatt einer Wolke von Hefe - wie beim zuletzt verkosteten, ebenfalls bei NORMA erworbenen Chispas Garnacha - ist die Wolke, die das Glas umgibt, von feiner Frucht: Sauerkirsche, ganz so, wie die geöffnete Konserve, die im eigenen Saft eingelegte Kirschen beherbergt. Nähert man sich dem Glas bis auf Schnupperweite, finden sich zudem trockene Steinstaub- und Holz-Noten.
Nach dem Schwenken bleibt die erwartete Explosion aus, es stellen sich statt dessen dumpfere Aromen ein, Vanille, feuchter Keller, sowie etwas Lakritze, im Hintergrund einige Schweißnoten - nicht übel!
Geschmack/Mundgefühl
Die feine Fruchtigkeit der ersten Nase findet sich umgehend im Geschmack wieder, dazu ein Mundgefühl, das mit "leicht" irgendwie zu blumig, aber passend beschrieben ist. Nach diesen ersten Eindrücken wird es nicht wesentlich komplexer, in den Feinheiten aber ebenso interessanter wie schwerer in Worte zu fassen: Obwohl Sauerkirsche weiter dominiert, sind auch andere, herbere Töne im Hintergrund, zeigen sich aber nicht so recht... durchaus etwas Apfel - in Richtung Golden Delicious -, dazu eine Zitrus-Fraktion, mehr in Richtung Mandarine als Zitrone/Limone tendierend. Das Ganze umgeben von schwach-herben, fast holzigen Gerbstoffen, die den Chianti Riserva Duca de Saragnano eindeutig als Chianti ausweisen!
Von Volumen darf man sprechen, muss dann aber auch das merkwürdige "Loch" erwähnen, das der Wein auf der mittleren und hinteren Zunge hinterlässt: Nada! Kein Wein dort zu spüren. Umso mehr ist er an den Seiten präsent, und im Wortsinne markant am Gaumen!
Statt eines Pelzes bietet dieser Wein ein Paradebeispiel für das, was Liebhaber guten Essens und Trinkens als "Textur" kennen! Nicht minder beispielhaft die feine, milde Säure, leicht mineralisch und von echter Größe.
Abgang/Nachgeschmack
Der Abgang bedarf einiger Konzentration, schwach ausgeprägt können dem Verkostenden die mild-herben Noten, die sich ganz an den Geschmack anlehnen, schnell entgehen. Nicht so im Nachgeschmack, wo der Wein seine einzige Schwäche zeigt, denn der Apfel scheint oxidiert zu sein, es geht in Richtung Kitsche, der Gesamteindruck ist fahl und die Textur weicht Esspapier. Schade.

Fazit:
Eine flache Blume kann ein guter Wein "wettmachen" - bei einem fahlen Nachgeschmack ist das kaum möglich. Die Entscheidung, keine "5" zu vergeben, wird untermauert von der Bezeichnung, die auf dem Etikett unter "Traube" steht: "Cuvée"... da kommt man sich als ambitionierter Laie dann doch recht veralbert vor, ein Chianti sollte schon aus der Traube "Sangiovese" gekeltert sein, "Cuvée" bezeichnet nichts anderes als einen Verschnitt aus verschiedenen Trauben...

Trotzdem die "Aktuelle Empfehlung", die Verkostung allein ist das Geld wert! - Platz im Keller werden weitere Flaschen aber wohl nicht einnehmen...


Dieser Wein wurde verkostet am Freitag, 18. April 2014





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