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Las Rocas 2008 Garnacha

Art / Herkunft / Traube: 

Calatayud / Garnacha

Land:

Spanien

Jahrgang:

2008

Alkoholgehalt:

14%

Geschmacksrichtung:  

trocken

Verschluss:

Perfekter Kork

Preis:

6,99€

Bewertung: 5 von 5 






Geruch/Blume
Zwischen etwas - undefinierbarer - Frucht und den Heunoten des Vorgängerjahrgangs zeigt sich der Wein der ersten Nase, die gewaltigen Gerbstoffe des 2007 finden sich hier nicht mehr. Ganz erstaunlich: Auch die zweite Nase bleibt nach dem Schwenken flach und unscheinbar. Als Frucht aber kann man jetzt Erdbeere benennen.
Steht er länger offen, überwiegen die vegetativen Noten, der trockene Eindruck von Steinstaub stellt sich ein.
Der interessierte Weinfreund ist jetzt schon stutzig: Woher hat der Wein die '88 Parker-Punkte'? Bei der flachen Blume? Nun, der Geschmack 'haut's raus'!
Geschmack/Mundgefühl
Nicht nur in Summe der Geschmackserlebnisse, vor allem über die Zeit, die der Wein durch den Mund schmeichelt, zeigt er eine große Klasse: Es beginnt mit einem Eindruck großen Volumens schon beim ersten Schluck; feinherb erreicht er zuerst die Zunge, wo einem leichten Prickeln herbe Noten (Holunder/Sanddorn) folgen, bevor der Wein den vorderen Gaumen erreicht und wieder an den Seiten der Zuge herunterperlt, noch herber werdend. Es folgt eine leichte Adstringenz, worauf sich der Wein - rein bildlich gesprochen - zum hinteren Gaumen hin öffnet. Gepaart mit einer schwachen Adstringenz ist die Säure ist zurückhaltend und mineralisch.
Im Mundgefühl sehr präsent, geradezu 'kaubar'. Das feine Prickeln auf der Zunge bleibt über die Zeit. Nach dem dritten Schluck stellt sich ein unaufdringlicher, feiner Pelz ein.
Abgang/Nachgeschmack
Der Abgang schließt sich nahtlos an, - wenn auch schwach ausgeprägt - ganz analog zum Geschmack. Feurig durchaus immer noch, wohl den 14% geschuldet.
Im Nachgeschmack dito. Sehr lang anhaltend. Es stellt sich aber dieses unverwechselbare Gefühl von Esspapier ein!

Fazit:
Mit weniger Alkohol als der Vorgänger 2007 auch weniger eindrucksvoll/aufdringlich - was sich rein auf das Bouquet bezieht. Dankbar für den - wenn auch mit 6,99€ weit über der hier sonst verkosteten €-Grenze liegend - außerordentlichen Wein vergebe ich gerne die 5.
Vor allem, da die 'Durststrecke' guter Weine bei den beprobten Discountern anhält... leider.

Bemerkung:
Auf jeden Fall zwei Stunden atmen lassen! Falls dazu keine Zeit ist / die Muße fehlt: Dekantieren!

Der Kork ist zwar 'perfekt', macht aber auch einen über-homogenen Eindruck, irgendwie unnatürlich... ich denke, er ist ein Kunstprodukt. Aus Korkresten. Aber: Warum nicht! Denn die Korkeichenwälder sind eh' überaltert, wieso also nicht improvisieren.

Auch hier - aus den unter 'In eigener Sache' dargestellten Gründen - vorläufig noch das Bild des 2007ers.

 


Dieser Wein wurde verkostet am Montag, 13. Juni 2011





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