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Terre delle Falcole Chianti Classico Riserva 2009
Terre delle Falcole Riserva 2009

Herkunft / Traube:

Toskana / Chianti

Land:

Italien

Jahrgang:

2009

Alkoholgehalt:

13,5%

Geschmacksrichtung:

Trocken

Verschluss:

Sehr guter Kork

Preis:

5,99

Bewertung: 3 von 5 


 
 

Geruch/Blume
Auch der Chianti wartet, wie schon der krachend durchgefallene "Parker-Wein" aus der gleichen Angebotswoche, mit deutlichsten Hefenoten auf, die schon weit in den Raum müffeln, bevor man sich dem Glas wirklich nähert - Da fragt man sich schon, ob hier Metaphysik am Werk ist, denn die Flaschen stehen im Regal nebeneinander...
Aber Spaß beiseite. Während diese Zeilen hier entstanden, hat sich das Hefige dann auch schon verflüchtigt, was positiv zu werten ist. Und zurück bleibt ein seltsame Mischung aus Orangenschale, Rosenwasser und nassem Hund, angereichert mit mäßigen Gerbstoffen, welche sich auch nur "ganz hinten" wirklich zeigen. Nach dem Schwenken hat der Nasse Hund seine Kumpel mitgebracht, sehr stark riecht dieses Aroma vor und lässt, trotz aller gebotenen Objektivität, unwillkürlich die Nase rümpfen. Auch dies lässt nach, hinterlässt aber weniger Tiefe als die erste Nase.
Geschmack/Mundgefühl
Überzeugend stellt sich der Chianti umgehend als solcher vor und zerstreut alle Zweifel seiner Povenience, die die Blume durchaus geweckt hat. Sehr mild und mit feiner Holzigkeit langt es zu einigem Volumen. Besonders schön: Die Fruchtnoten, die den mittleren Mundraum fast punktgenau beherrschen, während das fein-Trockene sich eher rundherum abspielt. Die Frucht selber ist weniger klar heraus zu schmecken, da der Wein mit den Schlücken aber immer bitterer wird, sind Holunder und wenig Sanddorn noch am ehesten zu nennen, ohne zu sehr zu fabulieren. Was ebenfalls zunimmt ist ein sandpapierner Belag, der sich auf alles legt, was man so im Mund hat. Und er bleibt gerne länger. Und wird mit jedem Schluck überflüssiger, sodass man sich kaum auf die noch nachzutragende Säure konzentrieren kann, die schwach, aber sehr mineralisch ausgeprägt ist.
Abgang/Nachgeschmack
Kein Abgang wäre falsch notiert, aber dieser eklige Belag stört derart, dass eine klare Aussage nicht möglich ist. Im Nachgeschmack zwar immer noch deutlich ein Chianti, aber einer, der mal wirklichst dringend zum Frisör muss, um den Pelz zu scheren. 

Fazit:
Ohne diesen Belag wäre es ein "4" geworden - und ohne den Fassausbau würde der Wein auch mehr nach Wein - und weniger nach Fass - schmecken (das Fazit fällt kurz aus, weil der Autor auf dem Weg zu einem Glas Wasser ist!).

Nachtrag:
Nur der umseitige Schriftzug "il Molino di Grace" verrrät die Herkunft aus einem dezidierten Weingut und die Lage desselben: Toskana.


Dieser Wein wurde verkostet am Samstag, 07. Dezember 2013





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