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Vescovino Montepulciano d'Abruzzo 2014
Montepulciano d'Abruzzo 2014

Herkunft / Traube: 

Abbruzen / Montepulciano

Land:

Italien

Jahrgang:

2014

Alkoholgehalt:

12%

Geschmacksrichtung:  

Trocken

Verschluss:

Schraubverschluss

Preis:

1,79€ / 2,29€

Bewertung: 4 von 5 





Geruch/Blume
Reichlich vegetativ, abgestandenes Blumenwasser wieder mal, dazu allerdings ein interessanter wenn auch schwacher Kontrast in Form von Schokolade. Frei von Letzterem und knackiger, mit wenigen trockenen, fast scharfen Gerbstoffen in der zweiten Nase. Steht er länger offen, kehren die grünen Noten zurück.
Geschmack/Mundgefühl
Erstaunlich adstringent für einen Montepulciano zu Anfang. Das Volumen ist nicht übel und nicht minder unerwartet. Bei zweiten Schluck dann eher enttäuschend, man nimmt an, dass es damit dann gewesen ist von wegen Volumen und trockener Adstringenz im positiven Sinne. Doch es geht wieder bergauf, der Wein gewinnt rasch wieder an Präsenz, die zuerst noch verschmähte Zunge spielt jetzt doch, ohne Konkretes zu liefern, zu einem ansprechendem Gesamtbild von feiner Herbe, dazu leichtem Brennen am Gaumen und mäßiger Frucht bei, die zwar starke Zitrusanteile hat, aber auch etwas zwischen Kirsche und Erdbeere mehr nahelegt als wirklich beweist. Später wird es etwas klebrig, doch mehr in Richtung Karamell - und so durchaus ein Gewinn.
In der Säure recht kräftig, mineralisch mehr denn fruchtig. Die Adstringenz bleibt zwar, wird jedoch - ebenfalls erstaunlicherweise - nicht zum Pelz - und zeigt so, wie "Adstringenz" auch mal positiv zu einem Ganzen beiträgt - im Gegensatz zu vielen hier besprochenen "Parker-Weinen", die das 3fache kosten.
Abgang/Nachgeschmack
Schmaler, aber vorhandener Abgang mit Resten von Adstringenz und Karamell - wer hätte das gedacht. Das Mundgefühl des Nachgeschmacks erinnert an Kirmes... ich musste echt überlegen, warum sich diese Assoziation einstellt... Es ist etwas in Form von türkischem Honig! Auch wieder leicht klebrig, süßer als zuvor und keine Spur unangenehm. Oxidiert dazu nur sehr langsam, ohne Fehlnoten zu generieren.

Fazit:
Zartes *burb* belegt aktuell, dass wir die Säure nicht unterschätzen sollten. Und dass sie sich reichlich in den Vordergrund spielt.
Ansonsten ist der Wein eine echte Überraschung, ohne wirklich Zeit und Lust gehabt zu haben probiert: ein echtes Highlight - wenn er mir persönlich auch etwas zu zitruslastig - und zu sauer - ist. Die "4" wegen des ungewöhnlichen Volumens und der Zurschaustellung, wie "Adstringenz" sich positiv bei einem Wein anfühlen kann - und sollte.

Die letzte Verkostung ist fast schon historisch, sodass auf eine Referenzierung verzichtet wird.


Dieser Wein wurde verkostet am Dienstag, 24. Mai 2016





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