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Vin de Pays de l'Aude
Vin de Pays de l'Aude

Herkunft / Traube: 

? / "Verschiedene"

Land:

Frankreich

Jahrgang:

???

Alkoholgehalt:

12%

Geschmacksrichtung:

Mäßig trocken

Verschluss:

Schraube

Preis:

1,89€/l - 1,32€/0,7l

Bewertung: 3 von 5 



  

Geruch/Blume
Anfangs leicht fruchtig, dann schnell trockener, ansatzweise modriger, staubiger Dachboden - dann wieder fruchtiger, gar mit etwas Erdbeere aufwartend. Nach kurzen, schwachen Schweißnoten wird es ordentlich dumpf mit mehr als einem Ansatz Karamell. Die Nase hoch zieht eine reichlich aufdringliche, parfumartige Note. All dies schwächt sich mäßig schnell ab.
Geschmack/Mundgefühl
Sehr mild von Beginn an, und auch das Volumen enttäuscht nicht. Der Vin de Pays ist vorwiegend süßlich bestimmt, ohne dass es überbordert. Mit viel Phantasie zeigt sich auch hier die Erdbeere als Frucht. Einen herben Kontrast sucht man vergeblich, doch die feine Bitterkeit, die sich recht schnell nach - und neben - der reichlichen Süße einstellt, kann als ebensolcher durchaus mithalten. Zwar schafft es der Wein nicht ganz bis in den hinteren Mundraum, doch selbst mit den schlappen Nuancen ist dies durchaus bemerkenswert. Das Mundgefühl vermittelt das Adjektiv "süffig" als Assoziation, durchaus nicht in Richtung "Plörre" zu deuten. Falls Säure vorhanden ist, versteckt sich sich erfolgreich. Zu dem Zeitpunkt, da diese Zeilen entstehen, wird es doch reichlich bitter - dazu unten mehr im Fazit.
Abgang/Nachgeschmack
Dass sich ein Tafelwein für 1,89€ in der 1l-Bombe mit Abgang aufhalten würde, hat wohl niemand erwartet - und so wird auch niemand enttäuscht. Der Nachgeschmack ist harmlos, doch ein zum Geschmack passender Nachklang. Allerdings geht es bei der Frucht jetzt deutlich in Richtung Zitrusfraktion mit Mandarine vorneweg. Und dann ist der Merlot auch schon verschwunden.

Fazit:
Beim Fazit angekommen ist der vordere Gaumen schon recht aufgeraut - gibt es doch mehr Säure als vermutet? Das Bittere (s.o.) überwiegt nun, ohne wirklich ein Fehler zu sein. Und: hat das Volumen sogar noch weiter zugenommen...
Der geneigte - häufigere - Besucher wird anhand dieser Zeilen merken: Ich drücke mich um das Fazit herum... schließlich gibt es fast jedesmal Post, wenn ich 1l-Bomben aus der Bückzone - noch dazu ohne jeden Jahrgang! - hier mit größeren Meriten versehe...
Aber: Größere Meriten hat der Vin de Pays de l'Aude  auch nicht erworben. Ein Tafelwein halt. Aber kein schlechter. Es gibt hier im Testfeld andere Plörren, die teurer - und weitaus grottiger waren und sind!
So eine "3", und ich werde diesen Wein sicher nochmal mitnehmen, grade, wenn es auf den Sommer zugeht (oder haben wir den schon hinter uns...).
Selbst, wenn davon auszugehen ist, dass hier mehr als Eichenfass und Traube(n) physisches Besteck des Kellermeisters waren...


Dieser Wein wurde verkostet am Mittwoch, 13. Juni 2018





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