Wein für Jedermann

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Piccini Chianti 2019

Herkunft / Traube: Toskana / Sangiovese

Land: Italien

Jahrgang: 2019

Alkoholgehalt: 12,5%

Geschmacksrichtung: trocken

Verschluss: recht guter Kork

Preis: 3,49€

Bewertung: 3 von 5

Geruch / Blume
Moosig, vorwiegend mit Grassilage zeigt sich die erste Nase. Wenige Tannine im Hintergrund, die schon vor dem Schwenken in dem Maße stärker hervortreten, wie das Grüne trockener wird. In der zweiten Nase anfangs ein deutlicher Rostton, später eine doch eher unangenehme, dumpfe Säure, die sich über die Zeit aber zum Glück gibt und wieder Trockenerem Platz macht. Ein Ansatz von herber Frucht, Grünes findet sich kaum noch, insgesamt ist die zweite Nase weniger ausgeprägt als zuvor.

Geschmack / Mundgefühl
Sehr deutlich jetzt, dass sich ein Chianti im Glas befindet: Trocken, herbe Frucht mit einer süßen Komponente, wieder mehr vom Grünen, und das Ganze eingehaust in hübsches Volumen (das es - "wie üblich" nicht ganz bis nach hinten schafft). Das Süßliche nimmt sogar noch zu, wird vom Herben - vor allem zum Abgang hin - aber bestens in Schach gehalten. Das Mundgefühl ist zudem durchaus "fleischig", von Wässrigkeit keine Spur.
Die fast schon typische Säure ist sehr mineralisch, ohne sich aufzudrägen, Pelz gibt es nicht; der harmlose Belag, der sich jeweils pro Schluck addiert, soll jedoch nicht verschwiegen werden.

Abgang / Nachgeschmack
Der mehr als schmale Abgang ist ebenfalls typgerecht, der Nachgeschmack ein passender Nach-Klang, schwenkt stark in die Zitrusfraktion mit z.B. Mandarine - und ihrer Schale, dezent angetrocknet. Weitere Oxidation bleibt aus, statt dessen hat die mineralische Säure kurz vor Schluss einen interessanten Auftritt. Zum Ende hin dann etwas Bonbon-Artiges, vor allem Mundgefühl. Komisch.

Fazit
Ein klarer Chianti - der trotz der eigentlich typischen Nuancen nicht wirklich zu überzeugen weiß. Vor allem - als Ausreißer - bleiben die dumpfe Säure der Blume und das bonbonartige Mundgefühl im späten Nachgeschmack "hängen". Dennoch ist die "4" berechtigt, was nicht der Fall wäre, hätte der Piccini des Jahrganges 2019 darüber hinaus echte Fehler.


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