Geruch / Blume
Trockene Holznoten, begleitet von etwas Pflaume in der ersten Nase - aber nur ganz kurz, dann ist das verschwunden; was bleibt, ist etwas Parfümartiges in schwacher Dosis. Von der - überlagerten Pflaume kehrt nach dem Schwenken etwas zurück, dominierend bleibt aber diese Parfumnote, allerdings ist sich nicht aufdringlich.
Geschmack / Mundgefühl
Ansprechend, dass diese leichte, halbtrockene Süße, die die Blume andeutete, auch im Geschmack angekommen ist und diesen ebenfalls dominiert auf der Frucht-Seite. So einen Hauch von Pomadigkeit aus dem Parfum lässt sich allerdings im Mundgefühl nicht verleugnen, auch wenn es ansonsten von hübscher Struktur ist und zu keiner Zeit wässrig. Das Volumen ist zudem gut, obwohl der Wein vor allem am Gaumen stattfindet; die Zunge darf bei Details nicht so recht mitspielen. Ok, viel mehr Details gibt es auch nicht, sieht man davon ab, dass sich erfreulich auch etwas des trockenen Holzes findet, das ebenfalls eine - kleine - Rolle beim Mundgefühl spielt.
Säure... tja... nein... jedenfalls nichts, das sich belastbar in Worte fasse ließe. Nur ein leichter, wachsener Belag, doch kein Pelz, das ist nach den vielen zuletzt vorgestellten Rohrkrepieren bemerkenswert hoch-erfreulich.
Abgang / Nachgeschmack
Durchaus Abgang, der sich in den schwachen Nuancen ganz dem bisherigen Bild anschmiegt. Im Nachgeschmack deutlich süßer, aber - um im Bild zu bleiben - der Camasella Primitivo Puglia des Jahrgangs 202X fällt auch hier nicht aus dem Rahmen. Vergeht mäßig schnell (der Nachgeschmack, nicht der Rahmen) und komplett ohne Fehlnoten.
Fazit
Ein leichter "Wein des Monats" bei NORMA, der, wenn man es denn so werten möchte, mit der durchgänigen halbtrockenen Süße durchaus Charakter hat.